Vereinsgeschichte (1900-1960)

Schwer gezeichnet von den Erlebnissen des 1. großen Weltkrieges 1914/18, heimgekehrt aus Gefangenschaft und Lazaretten, suchten die noch einsatzfreudigen Männer der Stadt Marktbreit im Jahre 1920 eine Gelegenheit, sich im geselligen Kreise zu treffen, wobei eine Ausgleichsbetätigung für das Berufsleben einkalkuliert war. Die Möglichkeit hierzu bot sich im "Felsenkeller", der eine Bewegungs-Chance offerierte, weil er über eine Kegelbahn verfügte. Verschiedene junge Männer der Stadt, die vom Kriegsdienst verschont geblieben waren, schlossen sich diesem Kreise an. Nach erster Fühlungsnahme wurde der Beschluss gefasst, dieser auf freiwilliger Basis beruhenden Vereinigung den Namen "Germania" zu geben.

Die Ersten, die damals hier im Ort die Anregung zu dieser Vereinigung gaben, sind leider zwischenzeitlich verstorben, im 2. Weltkrieg gefallen oder verschollen. Sie trafen sich damals, um das Kegeln lediglich zur Unterhaltung auszuführen und dachten dabei niemals daran, sportlichen Ehrgeiz zu befriedigen oder diesen Sport wettkampfmäßig zu betreiben. Obwohl durch Kriegseinwirkungen in den Jahren 1944/45 die Unterlagen vernichtet wurden, konnten die seinerzeitigen Gründungsmitglieder rekonstruiert werden. In kürzester Zeit hatte es sich in Marktbreit herumgesprochen, dass auf dem Felsenkeller etwas los war. Nach und nach stießen Leute hinzu, die dem neuen Verein erheblichen Auftrieb brachten. Aufgrund der unverbrieften Satzung konnten damals nur 18 Mitglieder angehören. Es ergab sich somit, dass jeweils einige nach einer kurzen "Gastrolle" wieder ausschieden, weil sie nicht den erwarteten Anschluss fanden. Die "Getreuen" indessen hielten immer durch. Sie bildeten eine frohe Gesellschaft, die mit freudigem Einsatz und gutem Humor abwechselnd die Kegelbahnen der Rosenau und des Felsenkellers belebten.

Besondere Höhepunkte damaliger Jahre waren das Stroh-, Faschings- und Weihnachtskegeln. Hierzu wurden jeweils von den Mitgliedern und aufgeschlossenen Marktbreiter Firmen die Preise gestiftet. Mindestens einmal im Jahr fand ein Omnibusausflug statt, zusätzlich nahm der Club an den jährlichen Stadtmeisterschaften in Würzburg teil. Diese Veranstaltungen zählten zu den festen Programmpunkten der Jahre 1930 bis 1936. In jener Zeit war Hermann Fuchs das "As" des Vereines, er gewann serienweise 1. Preise. Die Kegelabende in Heidingsfeld wurden von Marktbreit aus regelmäßig beschickt, genauso gerne wurden Veranstaltungen der Blindenanstalt Würzburg besucht. Die Kriegsjahre von 1939 bis 1945 brachten notgedrungen eine Ruhepause. Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, waren alle "Kegelbrüder" eingezogen oder Dienstverpflichtet. In den letzten Tagen des Krieges wurde auch unsere Heimatstadt noch schwer in Mitleidenschaft gezogen. Zu unserem Glück blieben trotz der großen Schäden im Städtchen die beiden Kegelbahnen Felsenkeller und Rosenau fast unzerstört. Unter großen Mühen wurden die dort einquartierten Flüchtlinge anderweitig untergebracht und die notwendigen Instandsetzungsarbeiten -ausschließlich in Eigenleistung - durchgeführt.

An jedem Mittwochabend wurde dann wieder auf die "Vollen" geschoben. Im Jahre 1958 erfolgten zumeist aus wirtschaftlichen Gründen viele Austritte. Die Mitgliederschaft des Clubs schmolz zusammen. Wer mit dem jeweiligen Vorstand nicht zufrieden war, wechsele den Verein. Es gab damals ja noch mehr, z.B. die "Teutonia", "alle Neune" und "Gute Auflage". Wenn es hier auch einerseits immer wieder Mitgliederabwerbungen und dergleichen gab, so bestand gerade durch die Existenz von vier ausgezeichnete Kegelclubs eine ausgezeichnete Wettkampfmöglichkeit, die reichlich genutzt wurde.

Als einziger Verein hat sich die "Germania" über die Jahrzehnte hinweg behauptet. 1958 schlossen sich die verbliebenen Mitglieder der Gruppe "Gute Auflage" und zu beginnender 60er Jahre die Reste des KC Teutonia der "Germania" an. Von den damaligen Mitgliedern ist heute noch unser Ehrenmitglied Herbert Knieling aktiv.